![]() |
Tagebuch | ![]() |
|||||
|
[2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003] November 2008 Trotz Mamas regelmäßiger Erziehungsversuche schleppe ich täglich ALLE Schulbücher, Hefte und Zettel zur Schule hin und wieder zurück. Da hilft leider auch der leichteste Ranzen der Welt nichts, das sind mehrere Kilo zuviel. Dafür wird die Jacke auch bei herbstlichen 1-stelligen Grad Celsius lässig über dem Arm getragen, man schwitzt ja so fürchterlich von der Schlepperei. Naja, dafür kann ich jetzt mittags auch schon mal alleine nach Hause gehen, ohne den walking bus und Erwachsenenbegleitung. ISt das vielleicht nichts? Hausaufgaben klappen in der Regel gut, es ist nur nicht immer transparent, in welchem Heft welche Aufgaben wann gelöst werden sollen. Lara und Laurenz sind ganz zuverlässige Auskunftsquellen.
Weil im nächsten Jahr die musikalische Früherziehung ausläuft, hatte ich jetzt schon mal eine Probestunde im Klavierspiel. In meiner Schule, hier in Glessen. Da entfällt die lästige Fahrerei nach Kerpen. Außerdem kriegen wir aus Opa Stefans Nachlaß ein echtes Klavier zu uns ins Wohnzimmer, wenn das kein Motivationsschub ist. Oktober 2008 Jetzt ist das unvermeidliche also doch eingetreten: Kira hat mit einer rauschenden Party ihren Abschied gefeiert und ist dann mit ihren Eltern nach Neuseeland ausgewandert. Auf meinem Weltposter haben wir mal nachgesehen, WIE weit das weg ist. Da kann man nicht mal hin reiten! Während meiner ersten Herbstferien haben wir nochmals einen Kurzbesuch bei Oma Marlies in Trier gemacht. Das Wetter war so mies und das Schwimmbad ist immer noch wegen Umbau geschlossen. Da hat es gerade zu einer Bootsfahrt nach Pfalzel gereicht, die war aber klasse. Die Oma war von meinen Lesekünsten ganz beeindruckt, ich kann ihr und or allem meiner kleinen Schwester schon kurze Geschichten vorlesen.In der Schule gibt es eine Reckstange. So was muß der Papa mir im Garten auch montieren, damit ich all die Mühlumschwung, Felgaufschwung und sonstige Kapriolen gebührend üben kann. Bis dahin übe ich mit Sebastian Hand- und Kopfstand auf dem Trampolin, das klappt schon recht ordentlich. Manchmal laden wir das faule Erwachsenenvolk zu groß angekündigten Zirkusvorstellungen ein, bei denen wir unsere neuesten Kunststücke vorführen. Während bei allen anderen Schulkindern mindestens mal die vorderen Zähne wackeln und ausfallen, wachsen bei mir tatsächlich zwei neue Backenzähne. Ganz hinten rechts, Mama mußte mehrfach leuchten und fühlen. Seufz, dabei möchte ich doch so dringend einen Wackelzahn für die Zahnfee. September 2008 Weil wir immer noch keinen befriedigenden Ersatz für Katharina und Artur gefunden haben - was als solches ja auch schon Quatsch ist - ist der Papa jetzt unsere neue Tagesmutter. Einen halben Tag in der Woche paßt der Papa auf Lilian und mich auf, während die Mama ihren langen Köln-Tag hat. Am Papa-Tag machen wir dann nur schöne Sachen, bislang gehen wir immer reiten. Ich bin bestens ausgestattet mit Weste, Kappe, Stiefeln und Reithose. Lilian geht in Gummistiefeln und Matschhose. Das kann ja nichts Professionelles ergeben! Ich dagegen kann auf Gremlin an der Longe schon echte Kunststücke, Galopp mit nur einer Hand und Umdrehen auf trabendem Pferd. Ist das nichts? Nach sechs Wochen Schule braucht man mal die ersten Ferien! Ich war ohnehin betrübt, weil Lara sich in die hintere Bank gesetzt hat und ich somit vorne ganz alleine war. Meine Eltern sind von meinen Fortschritten recht beeindruckt, auch wenn sie mit meinem Lieblingsfach Religion (!?, huch) so ihre Schwierigkeiten haben. Sport ist aber auch noch gut, alles andere geht mir zu langsam. anstatt zu rechnen werden bislang nur Zahlen aufgeschrieben und zu lesen gibt es auch noch nichts. 2 Geburtstage haben wir diesen Monat gefeiert: Während Lilians Fest aus einer fetten Tortenschlacht im Kindergarten bestand, hat der Papa anläßlich seines 4.0 Releases tatsächlich mal eine echte Gartenparty angezettelt. Obwohl Mama im Vorfeld von den Vorbereitungen schon recht angefressen war, war das ein wirklich Klasse-Fest - sogar für Kinder. Die dürfen alle gerne öfter wiederkommen zum Trampolinspringen, Fantatrinken, Kastaniensammeln und abfeiern eben. August 2008 Hurra, ich bin ein Schulkind! Nach dem ersten großen Getöse zur Einschulung mit Gottesdienst und Brimbamborium läßt sich das Schulleben ganz gut an. Nur das morgendlich frühe Aufstehen sowie der Schulweg zu Fuß mit dem sog. Walking-Bus finden nicht gerade meine ungeteilte Zustimmung. Aber meine Lehrerin Frau Budde ist sehr nett und Hausaufgaben klappen ohne weitere Schwierigkeiten. Meine Eltern haben vorsichtshalber nochmals einen vorschulischen Arzt-Check eingeschoben - Dr. Schoberth findet keinen Mangel an Eisen, Schilddrüse und Leber. Ich bin einfach ein heller Typ, welch eine ungeheuer neue Erkenntnis. Mit Lilian zusammen war ich 3 Tage zu Besuch bei Tante Rosi in Rheurdt. Oma Marlies war auch da und wir haben uns mühelos mit Schwimmen, Kirmes und Bootfahren amüsiert, während meine Eltern ihrem Brotwererb nachgingen. Gar keine Frage, daß Erwachsensein kein besonders erstrebenswerter Zustand ist. Juli 2008 Jetzt ist es wirklich genug mit dem Kindergarten. Ich konnte die letzten Ferien kaum aushalten, wann fängt endlich die Schule an? Um mir die Wartezeit zu verkürzen, hat Super-Papa noch zwei unglaubliche Holzpferde für den Garten beschafft: ein kleines für Lilian und ihre Baby-Kumpels und ein gaaaaanz großes für MICH. Mehrere Tage haben Scheila, Aila und ich damit zugebracht, in die Hanf-Mähne und den Schweif kunstvolle Zöpfe zu flechten. Sogar ein Halfter haben wir auf dem Flohmarkt bekommen. Und ECHTE Reitstiefel. Größe 31. Megastylish! Das linke Röhrchen ist endlich aus meinem Ohr gepult worden. "Das Kind hört ganz wunderbar", sagt Dr. Flunkert. Mama ist da skeptisch… Juni 2008 Wir waren in Urlaub, in Schloss Dankern, wo sonst? Von 22 Möglichkeiten zu reiten habe ich immerhin 21 genutzt. Und die eine verpaßte Gelegenheit geht auf die Kappe meiner Mutter, die unbedingt einen Ausflug nach Emmen zu ihrem langweiligen Stoffmarkt einschieben mußte. Ja, gut, wir waren derweil im Zoo, das muß ich ja zugeben, aber für meinen Geschmack hätten wir auch 2 Stunden Ponyreiten gehen können. Ich kann jetzt sogar schon ganz alleine auf Vicky reiten, ohne Hermann und ohne Papa. Dafür aber mit der weltschönsten und außerordentlich handverlesenen Reitkappe überhaupt. Hat mein Papa mir spendiert, Mama erzählen wir besser nicht, was dieser Ausbund an Kopfschmuck gekostet hat. Kann eine angehende Star-amazone etwa etwa mit einem ordinären Fahradhelm reiten? Mai 2008 Dieser Monat hat einigen meiner Lieben ihre Beine gekostet: Opa Stefans linkes Bein ist ab, das haben die Ärzte in Frechen gemacht. Jetzt sitzt der Opa im Rollstuhl und ich bin sehr irritiert, weil er jetzt nur noch einen Schuh braucht. Dafür hat er aber nicht mehr so fürchterliche Schmerzen und das klingt doch erfreulich. Pferd Sammies Bein ist auch ab, aber das konnte Mama wieder drankleben. Draufklettern ist ab sofort streng verboten, sowohl auf den Opa als auch auf Sammy. Mit Hanne haben alle Schukis im Kindergarten tolle Zuckertüten gebastelt. Meine sogar ohne Füllung schon sagenhaft schön, mit einem Pferd drauf und Hufeisen und zahlreichen Marienkäfern. Bin mal gespannt, was am Einschulungstag drin sein wird. Meine neueste Leidenschaft - neben der Reiterei und den Pferden - gilt der Oper: die Zauberflöte und besonders die Königin der Nacht haben es mir angetan. Kein Mittagessen ohne die CD. Und meinen Kolloratursopran bei der berühmten Arie müßten Sie mal hören, da klirren die Gläser im Schrank. April 2008 Passend zu Mamas Geburtstag kam der Bescheid von der Rochusschule, daß ich als Antragskind nach den Sommerferien zur Schule gehen kann. Großer Jubel und Erleichterung, die ungewisse Zeit ist nun endlich vorbei. Sofort haben sich meine braven Eltern daraufhin aufgemacht und wir haben zusammen den weltschönsten, türkisen derdiedas Ranzen mit Pferdchen ausgesucht. Den würde ich gerne auch noch im Bett tragen und habe ihn selbstverständlich allen im Kindergarten unter die Nase gerieben. Mein Papa hat mit einigen Damen die Garten-AG im KIGA durchgeführt. Das war lustig, auch wenn ich nicht daran beteiligt war. Jetzt gibt es sehr schöne Beete, von denen wir hoffentlich im nächsten Jahr Leckereien ernten können. März 2008 Von meinen großherzigen Cousins Luca und Daniel habe ich ein Paar ihrer abgelegten Inliner geerbt. Zusammen mit Lara übe ich jetzt die Einfahrt hoch und runter, das sieht schon ganz brauchbar aus. Lästig ist nur das Anlegen von all den Schutzklamotten, da ist Fahrradfahren doch etwas schlichter. Februar 2008 Im Kindergarten hatten wir als Karnevalsmotto dieses Jahr das Mittelalter: da gab es Ritter und Hexen und Burgfräuleins und ganz viiiele Prinzessinnen. Ich war natürlich ein Drache: der weltschönste grüne Drache mit ganz tollen roten Flügeln. Mama bedauert ja, dass ich das Kostüm immer nur 1 Mal anziehen kann, vielleicht hat Lilian nochmal das Glück? Januar 2008 Da habe ich mich also trotz neuerlicher Magen-Darm-Beschwerden, unter denen der halbe Kindergarten litt, 10 Tage lang tapfer durch einen Schwimmkurs im Hallenband Niederaußem gefroscht. Laaaaaange Arme und Froschbeine, sagt Peggy, die Bademeisterin. Und jeden Tag wurde ein "Korken" vom Schwimmgürtel entfernt. Am 31.01.2008 durfte ich dann nach einem tollkühnen Sprung vom Beckenrand, einer ganz langen Bahn ohne jeden Gürtel und Flügelschnickschnack sowie einem Tauchgang zum roten Ring im Babybecken das Seepferdchen-Abzeichen in Empfang nehmen. Cool, oder? Mama hat es mir sofort an meinen Bikini genäht, damit auch jeder sofort sieht, dass ich jetzt kein Baby mehr bin. |
|||||||
![]() |
|
![]() |